República Argentina

En Unión y Libertad
En Unión y Libertad

Buenos Aires

 

Montag, 18. Dezember 1939

 

Am Montagmorgen erreichte die evakuierte Besatzung, völlig übermüdet und ausgehungert, am Vormittag die Außenreede vom Hafen von Buenos Aires.

Schon bald kamen die ersten kleinen Boote längsseits - ob Argentinier, ob Deutsche, und reichten Essen und Trinken rüber.



Gegen 11:30 Uhr näherte sich der Schlepper "Coloso" und eine halbe Stunde später der Schlepper "Gigante", mit Langsdorff an Bord und im Schlepp die Schute "Chiriguana", der Reede der "Dársena Norte". Um 14:00 Uhr ging Langsdorff in Buenos Aires an Land und erläuterte den Verantwortlichen der Präfektur, im Beisein des deutschen Botschafters v. Thermann, noch am Anlegeplatz für Auswandererschiffe die Situation.



Wie ging es nach der Ankunft weiter? - Noch am Anlegeplatz wurde eine Musterung durchgeführt, die Grundlage für die Internierungslisten, die durch die argentinischen Behörden angefertigt wurden – am Ende waren es 1055 Mann, die Argentinien erreicht hatten.



Anschließend wurden die Seeleute in das daneben gelegene "Hotel de Inmigrantes" geführt. Das Personal im Hotel, nicht darauf eingestellt, sorgte trotzdem unkompliziert für eine erste Versorgung mit Essen und richteten die Schlafplätze her.

 

Langsdorff und seine Stabsoffiziere wurden in der angrenzenden "Jefatura del taller de la marina Dársena Norte" (i.F."Arsenal Naval“"genannt) einquartiert. Eine Marineschule, die jetzt im Dezember und kurz vor Weihnachten, nicht belegt war.

 

Das Gelände der "Dársena Norte", etwa 40.000 qm, war mit einem hohen Metallzaun umgeben – es war militärisches Gelände. Außer den Verwaltungsgebäuden im vorderen Bereich, dem anschließenden Parkgelände und dem dahinterliegenden Hotel, gab es links davon ein Hospital.

 

Das "Arsenal Naval" lag dahinter und außerhalb des Geländes – vom Metallzaun linker Hand, wo sich auch das Hospital befand, Luftlinie etwas 60-70 m. Um aber die Marineschule zu erreichen, musste man allerdings vom Gelände runter und rechts um die Ecke – Fußweg vom Haupteingang des Geländes, etwa 120 m.



Dienstag, 19. Dezember 1939

 

Die argentinische Regierung hatte an dem Tag die Entscheidung getroffen, die Besatzung zu internieren.

Der Begriff "Internierung" bedeutet kurz, die Unterbringung fremder Armeeangehöriger und politischen Gegnern durch Freiheitsentzug, im Wege einer gezielten Zusammenführung, in ein hierfür extra Eingerichtetes, Internierungslager. Im Rahmen des "Neutralitätsrechts" haben auch neutrale Staaten die Möglichkeit, Angehöriger kriegsführender Staaten, zu internieren – auch Gegenstände wie Waffen aller Art, Schiffe, etc. Die Rahmenbedingungen regelt die Genfer Konvention, die auf zwischenstaatliche Abkommen zurückgreift und ein wesentlicher Baustein des humanitären Völkerrechts ist.


Nach seiner Ankunft in Buenos Aires führte Langsdorff u.a. ein intensives Gespräch mit dem argentinischen FKpt. E. Aumann, in dem er die Ereignisse schilderte und seine Gründe nannte, warum er in Montevideo eingelaufen war und das er diese Entscheidung zu tiefst bereut hätte. Der Inhalt des Gesprächs wurde detailliert aufgeschrieben und den Bericht erhielt der Direktor der argentinischen Marinekriegsschule.

Dieser Bericht vollständig ins Deutsche übersetzt, wird noch im Zuge eines "Resümee", an anderer Stelle thematisiert und abgebildet.


Anschließend am Nachmittag, traf sich Langsdorff und einigen seiner Offiziere, mit Angehörigen der „Deutschen Kolonie“. Er soll lebhaft und froh gewesen sein, wie ihn seine Besatzung schon lange nicht mehr erlebt hatte.

 

Danach wollte er einige private Worte an seine Besatzung richten. Da die Räume für die gesamte Besatzung nicht genug Platz bereitstellten, sah er sich gezwungen die Ansprache vier Mal im Freien vorzunehmen, und da aus Sicherheitsgründen keine Lautsprecher genutzt wurden, hielten einige Besatzungsmitglieder die nicht dazugehörigen neugeriegen Personen auf Distanz.

 

In der Ansprache ging es in erster Linie um die abgelaufenen Tage und Vorgänge. Am Schluss sagte er Folgendes: "Einige Tage zuvor war es eure traurige Pflicht, den toten Kameraden die letzte Ehre zu erweisen. Vielleicht müsst ihr in aller Kürze wieder so was Ähnliches tun".

 

Den Quellen zufolge hatten zumindest einige Offiziere die Botschaft seiner Worte sehr wohl verstanden. Danach, nach dem er seiner Besatzung eine gute Nacht gewünscht hatte und sich militärisch Verabschiedete ging er mit einigen seiner Stabsoffiziere zurück in die Unterkünfte des "Arsenal Naval". Als sich ihm einige Pressevertreter näherten und ihn fragten, ob es Neuigkeiten gebe, sagte er mit seiner üblichen Höflichkeit: "Diese Nacht habe ich keine Neuigkeiten für sie, aber vielleicht gibt es morgen früh eine sehr wichtige".

 

Einen Abschiedsbrief an seine Mutter und einen an seine Frau Ruth, hatte er bereits am 17. Dezember 1939, dem Tag der Selbstsprengung, in Montevideo geschrieben: "Nun bin ich tief innerlich froh und zufrieden, alles ist in Vorbereitung und ich habe die Ruhe, Dir diesen Brief zu schreiben, zum Abschied und Dank".

 

Später, nachdem seine Offiziere sich mit ihm etwa drei Stunden unterhalten hatten, verließen diese sein Zimmer. Es war noch nicht Mitternacht, als Langsdorff sich an den Schreibtisch setzte und einen letzten Briefe an den Botschafter in Buenos Aires v. Thermann schrieb.

Danach muss er die Flagge gelegt und die Waffe zur Hand genommen haben. Die Waffe hatte sich Langsdorff von einer Person geben lassen die wie sich später herausstellte der Deutschen Botschaft angehörte und einem der Offiziere bedeutete sie sollten heute Nacht auf ihren "Kapitän" achten.


Schwerer Kreuzer HMS "Exeter"

Der Wahlspruch: "Semper fidelis"

York-Klasse - 8390 ts - 32 kn

Leichter Kreuzer HMS "Ajax"

Der Wahlspruch: " Non other than Ajax"

 Leander-Klasse - 7270 ts - 32,5 kn

Leichter Kreuzer HMNZS "Achilles"

Der Wahlspruch: "Braverly in Action"

Leander-Klasse - 7270 ts - 32,5 kn