Donnerstag, 21. Dezember 1939

 

Die Beisetzung fand auf dem Friedhof "Cementerio de la Chacarita" - deutsche Sektion - bei hochsommerlichen Temperaturen, an der auch argentinische Marineoffiziere und Vertreter der Regierung zahlreich teilnahmen, statt.


Von einer unbeschreiblich großen Menschenmenge begleitet, vom "Arsenal Naval" bis zum Friedhof, fuhren die für diese Kultur typischen und mit Blumenkränzen beladenen schwarzen Limousinen. Voran der offene Wagen mit dem Sarg.

Von Menschen gesäumt waren die Straßen und am Ende musste der Friedhof wegen Überfüllung vorzeitig geschlossen werden, bevor die mit militärische Ehren ausgestattete Beisetzung erfolgen konnte.


Sowohl die Ankunft der Besatzung der "Graf Spee" in Buenos Aires als auch der Tod von Langsdorff hatte auch eine internationale Dimension. Unzählige Menschen hatten das alles bisher genau verfolgt, waren zum Hafen gekommen und natürlich auch jetzt zur Beerdigung.

Nicht nur Argentinier, insbesondere die "Deutsche Kolonie", war zahlreich vertreten. Auch wurden sie durch Deutsche Zeitungen zur Unterstützung aufgefordert und das ließen die sich nicht zweimal sagen – schließlich war Krieg und die "Blaujacken" waren zu den wesentlichen Protagonisten geworden.

 

Nur um die Dimension dieser Beisetzung besser zu verstehen. Buenos Aires hatte bisher eine solche Anteilnahme selten gesehen. Bis auf das Staatsbegräbnis des zweimaligen Präsidenten Hipólito Yrigoyen 1933 und dem Tangosänger und Komponisten Carlos Gardel 1935.

Erst 12 Jahre später - 1952 - sollte das übertroffen werden, als Evita Perón starb; die Beisetzung erfolgte auf dem Friedhof "Cementerio de la Ricoleta". Der argentinische Gewerkschaftsbund CGT rief eine dreitägige Arbeitsniederlegung aus und die Regierung ordnete eine dreißigtägige Staatstrauer an.

 

Die Vorgänge in Montevideo, die Sprengung der "Graf Spee" und die Ankunft der Besatzung Tage zuvor in Buenos Aires, waren zum Medienereignis geworden.

Dass die nationale und internationale Presse über den Tod von Langsdorff berichtete, versteht sich von selbst – mal sachlich, mal gefühlsbetont, aber immer vorurteilsfrei. Zwei Überschriften bilden den Tenor der Pressemeldungen repräsentativ ab:

 

>> La cara humana de la guerra, pensativo, todo un estratega y por sobre todo un noble caballero. Tuvo el Heroismo de no Parecer Heroico. [...]<<

 

>> Das menschliche Gesicht des Krieges - nachdenklich, ganz ein Stratege und vor allem ein Mann von Anstand. Hatte die Heldenhaftigkeit, nicht heldenhaft zu erscheinen.<<


Sonntag, 24. Dezember 1939

 

Wie ging es für die Besatzung weiter, nach der Ankunft in Buenos Aires. Die argentinische Regierung hatte am 19. Dezember 1939 beschlossen, die Internierung durchzuführen und nun der Tod ihres Kommandanten Langsdorff.

 

Es ist der 24. Dezember 1939 - Weihnachten. Um diese Zeit sollten die Vorbereitungen zum Durchbruch auf dem Weg in die Heimat getroffen werden. Stattdessen nahmen alle ihre Plätze im großen Speisesaal des Hotels ein.

Was in den Besatzungsmitgliedern vorging, lässt sich bestenfalls mutmaßen - eine Korrektur der Lage war ohnehin zunächst nicht möglich. Da war die Verleihung des "Eisernen Kreuz" an die Besatzung an diesem Heiligabend sicher eine schöne Geste - geholfen hat´s wohl kaum.

 

Um aber die augenblickliche Situation angenehmer zu gestalten, fanden sich Familien der "Deutschen Kolonie" ein, die einmal selbst als Einwanderer nach Argentinien kamen oder bereits dort geboren waren, und den Saal weihnachtlich geschmückt hatten.

Und für die Kommunikation wurde auch etwas getan - diese Familien setzten sich mit den Besatzungsmitgliedern in kleinen Gruppen an den Tischen zusammen und erste Kontakte wurden geknüpft. Es wurden erste Verabredungen für die bevorstehenden "Landgänge" und der Besuch der Stadt getroffen - der Beginn spätere Familienanschlüsse.

 

Die Jahre der Internierung hatten begonnen!



Schwerer Kreuzer HMS "Exeter"

Der Wahlspruch: "Semper fidelis"

York-Klasse - 8390 ts - 32 kn

Leichter Kreuzer HMS "Ajax"

Der Wahlspruch: " Non other than Ajax"

 Leander-Klasse - 7270 ts - 32,5 kn

Leichter Kreuzer HMNZS "Achilles"

Der Wahlspruch: "Braverly in Action"

Leander-Klasse - 7270 ts - 32,5 kn