Johann (genannt Hans) Wilhelm Langsdorff, geboren 1894 in Bergen auf der Insel Rügen, wuchs in Düsseldorf auf, wo sein Vater als Oberlandesgerichtsrat tätig war. Seine Mutter stammte aus einer Pfarrhausfamilie. Im Februar 1912 bestand er am Gymnasium in Düsseldorf seine Abiturprüfung.

Für ihn kamen sowohl der Beruf eines Pfarrers als auch der eines Marineoffiziers infrage. Theologie oder Militär - zwei Berufsbilder, die nicht unbedingt nach Gemeinsamkeiten schreien. Als Seekadett trat er 1912 in die Kaiserliche Marine ein. Danach diente er als LtzS. auf "SMS Großer Kurfürst" und nahm 1916 an der "Skagerrakschlacht“"teil. Ab 1917 war er Kommandant in einer Minensuchflotille.

 

Schon im November 1918, als die Marinemeuterei in Wilhelmshaven ausbrach (später auch als "Kieler Matrosenaufstand" bekannt), fiel er durch seinen Verhaltenskodex auf. Er lag seinerzeit mit seiner Minensuchflotille in Bremerhaven vor der Schleuse und wurde von dem "Soldatenrat" nicht durchgelassen. Die Besatzung war kriegsmüde und ausgehungert - trotzdem ließ er die Situation nicht eskalieren. Aus seinen Aufzeichnungen ist zu erfahren, dass er jeden Widerstand gegen die revolutionären Matrosen ablehnte, da es ohnehin keinen Ausweg aus dieser Situation bedeutet hätte. Akzeptiert hatte er diese Revolution keinesfalls, aber der Verstand gebot ihm, seine Besatzung nicht sinnlos zu gefährden.

 

Das war keine zufällige Maßnahme, das war ein Charakterzug, der den Menschen Hans Langsdorff ausmachte, und den er nicht nur seiner Besatzung, sondern auch, und wie wir später noch lesen werden, den Besatzungen der "Prisen" gegenüber zeigte.

Im Jahr 1925 wurde er Marineverbindungsoffizier zur Heeresleitung in Berlin und in den Jahren 1927-29 absolvierte er die Admiralstabsausbildung. Anfang der 1930er Jahre diente Langsdorff als Adjutant des Reichswehrministers. Ab 1935 bis September 1938 diente er als 1. Admiralstabsoffizier bei KAdm. Böhm und bei VAdm. Carls.

Die Leitung folgender Aufgabengebiete beider Admirale in diesem Zeitabschnitt waren: "Aufklärungsstreitkräfte Flottenkommando", "Marinestation der Nordsee", "eingesetzte Seestreitkräfte im Spanischen Bürgerkrieg", "Marinestation der Ostsee", Befehlshaber "Panzerschiffe" und Befehlshaber "Flotte". Während dieser Zeit, im Jahr 1937, wurde Langsdorff zum KpzS. ernannt.

 

Er galt als einer der fähigsten Seeoffiziere - Wertschätzung für den Menschen und Vertrauen in seine Fähigkeiten konnte er sich bei seinen Jahrgangskameraden und seiner zukünftigen Besatzung sicher sein! Später sollte selbst Churchill voller Hochachtung von diesem hervorragenden Offizier sprechen.

Er wurde mit den "Eisernen Kreuzen" beider Klassen und mit dem "Hamburger Hanseatenkreuz" ausgezeichnet.


Die "Skagerrakschlacht"

 

Die "Skagerrakschlacht" war die größte Seeschlacht im Ersten Weltkrieg - zwischen der "Deutschen Hochseeflotte" und der "Grand Fleet" der Royal Navy. Diese fand am 31. Mai 1916 in den Gewässern vor Jütland statt. Die deutsche Flotte plante einen Angriff auf die Handelsschifffahrt südlich von Norwegen. Der Gegner hatte davon Kenntnis erhalten und plante daraufhin, die deutsche Flotte mit seinen Schiffen einzuriegeln.

Am 31. Mai trafen die Gegner aufeinander und bekämpften sich dann mit zusammen nahezu 250 Schiffen. Im Schutz der Dunkelheit gelang es der deutschen Flotte den Durchbruch durch die gegnerische Formation und anschließend der Rückmarsch in die Heimathäfen.

Beide Seiten beanspruchten danach den Sieg für sich. Tatsächlich sah es so aus, dass Großbritannien die deutlich höheren Verluste an Menschenleben und Schiffen hatte, obwohl eigene stärkere Kräfte die Schlacht beherrschten. Der Erfolg der deutschen Seite bestand tatsächlich nur darin, ein Unentschieden erreicht zu haben. Es gelang zwar den Briten nicht, wie geplant, den Rückzug der deutschen Hochseeflotte zu verhindern, aber an der strategischen Gesamtsituation hatte sich auch nichts geändert - die britische Vorherrschaft auf See blieb. In dieser Seeschlacht fiel auch der deutsche Schriftsteller Johann Wilhelm Kinau, besser bekannt unter dem Pseudonym "Gorch Fock" – er gehörte zur Besatzung des Kleinen Kreuzers "SMS Wiesbaden" und ist in Schweden, auf der Insel Kalvö, auf einem kleinen Soldatenfriedhof beigesetzt.


Die "SMS Großer Kurfürst" war ein Großlinienschiff der sogenannten König-Klasse mit 1.200 Mann Besatzung und unter dem Kommando von KpzS. E. Gotte, fuhr es mit an der Spitze der Hochseeflotte und war schwerem gegnerischen Feuer ausgesetzt. Das Schiff erlitt bedeutende Treffer und hatte einige Gefallene und Verwundete zu beklagen.

Am Ende des Ersten Weltkrieges wurde das Schiff in Scapa Flow interniert und dort im Juni 1919 von ihrer Besatzung versenkt, als feststand, dass die Siegermächte die internierten Schiffe nicht wieder herausgeben würden.


Schwerer Kreuzer HMS "Exeter"

Der Wahlspruch: "Semper fidelis"

York-Klasse - 8390 ts - 32 kn

Leichter Kreuzer HMS "Ajax"

Der Wahlspruch: " Non other than Ajax"

 Leander-Klasse - 7270 ts - 32,5 kn

Leichter Kreuzer HMNZS "Achilles"

Der Wahlspruch: "Braverly in Action"

Leander-Klasse - 7270 ts - 32,5 kn