Auf dieser Seite, die immer mal wieder aktualisiert wird, werden daher nur exclusive Dokumente abgebildet die, in der jüngeren Zeit bekannt wurden. Obwohl diese alle ihren Platz auch auf den verschiedenen Seiten, passend zum Kontext, finden würden, werden sie vorzugweise hier publiziert, da diese sonst im Verbund mit Vorhandenem nicht genügend Aufmerksamkeit erhalten würden, obwohl sie interessante Details offenbaren, die bisher nicht bekannt waren.

  • Diese belegen wie sehr die NSDAP-Auslandsorganisationen in Argentinien und Uruguay, und die darin eingebeteten NS-Aktivitäten, die in den 1930er Jahren entstanden sind, die historischen Vorgänge in diesem Ereignis bestimmten.
  • Im Abschnitt Uruguay wurde bereits detailliert berichtet, dass das Land für sich die Neutralität beanspruchte, eine starke wirtschaftliche Abhängigkeit von Großbritannien aber diese beeinflusste. Anderseits aber wurde Uruguay damals vom Präsidenten General A. Baldomir regiert und er und alle anderen Regierungsmitglieder gehörten dem "partido Colorado" an – eine Partei mit liberaler Ideologie und Mitte – Rechts Positionierung, die mit dem damaligen Regime in Deutschland durchaus sympathisierte – eigentlich keine schlechten Voraussetzungen.
  • Das ausschlaggebende restriktive Verhalten der uruguayischen Regierung war eher der Tatsache geschuldet, dass die Presse sechs Monate vorher ausführlich über die Aktivitäten der NS-Auslandsorganisation in Uruguay berichtet hatte. Trotzdem handelten die Verantwortlichen weiter wie bisher, ohne dass sich was änderte; obwohl in Argentinien, aufgrund der veränderten politischen Lage, die Leitungsebene der NS-Auslandsorganisation bereits das "Gebot des Kurztretens" ausgegeben hatte. Alles Weitere auf den Unterseiten NS-Auslandsorganisation in Argentinien und Auslandsorganisation in Uruguay.
  • Die Folge war, dass Langmann, der Leiter der Deutschen Auslandsvertretung in Uruguay, vom "Rosenberg-Amt" in Berlin aufgefordert wurde, die Beziehung der Länder wieder zu normalisieren.
  • Und in diesem Stadium "der Wiedernormalisierung", läuft die "Admiral Graf Spee" sechs Monate später und völlig überraschend, in Montevideo ein.

Langsdorff hatte mit dem verlorenen Gefecht, mit dem Einlaufen in Montevideo und der Weigerung, seine Besatzung in einem ausweglosen Kampf zu opfern und stattdessen das Schiff zu sprengen, dem "Dritten Reich" geschadet; dem NS-Gedanken allemal. Die Begleitumstände liefen der damaligen deutschen Kriegspropaganda zuwider; Langsdorff war zum Ärgernis geworden und das damalige Deutschland brauchte dringend ein "Bauernopfer", welches sich aber auch als "Held" eignete. Die kommende Dokumentation wird das stützen.


Beginnen wir mit dem abgebildeten Dokument. Es trägt oben links den Reichadler und den Aufdruck Deutsche Gesandtschaft.

Weiter den Text: Nachtmahl vom 16. auf 17. Dezember 1939 anlässlich der entscheidenden Beratung um Panzerschiff "Admiral Graf Spee" in der Deutschen Gesandtschaft Montevideo.

 

Es ist bekannt und beschrieben, dass Langsdorff gegen 04:00 Uhr morgens zurück an Bord war, die Stabsoffiziere kommen ließ und erklärte, dass das Schiff gesprengt wird. Zuvor um 03:00 Uhr morgens hatte der Marineattaché Niebuhr aus der Gesandtschaft seinen Adjutanten Martin Müller in Buenos Aires angerufen und ihn angewiesen Fahrzeuge bereitzustellen, die die Besatzung nach Argentinien evakuieren sollten. Was auch bekanntlich, in Verbindung mit Inspektor der Reederei Hamburg Süd, Kpt. Hepe, auch vollzogen wurde.

 

Dieses Dokument ist gesicherter Bestandteil einer Besprechungsniederschrift, in der die jeweiligen Entscheidungen festgehalten wurden.

 

Viel bedeutsamer ist aber zunächst die Teilnehmerrunde mit den Unterschriften. Zunächst die bekannten:

  • Langsdorff als Kommandant, Langmann als Leiter der Deutschen Gesandtschaft, Niebuhr als Marineattaché, Sandstede als Presseattaché  und Diggins als Adjutant von Langsdorff. Aber dann wird es interessant:

An fünfter Stelle unterschreibt Alfred Müller, Leiter "Politische Angelegenheiten" auf der Leitungsebene der Auslandsorganisation der NSDAP in Argentinien und als Landesgruppenleiter der NS-Partei auch verantwortlich für die Zeitschrift "Der Trommler", gefördert von deutschen Unternehmen, die sich den politischen, wirtschaftlichen und weltanschaulichen Themen widmete, wobei das "Idealbild deutscher Frauen und Mütter" besonders gezeichnet wurde.


Vorletzter ist Werner Forker, er war Dipl. Ingenieur und tätig für das mächtige Handelsunternehmen Eugenio Barth y Cia. in Montevideo; es beherbergte alle wesentlichen technischen Gewerke deutscher, international tätigen, Unternehmen – auch J. Holzer, NS-Landesleiter in Uruguay, war hier beschäftigt. Daher könnte Forker bezüglich, Marinebaurat Krankenhagen, als "zweite Meinung" hinzugezogen worden sein, zumal die technischen Schäden an dem Schiff, Fachmeinung bedurften. Jedenfalls alle identifizierten, bis auf Langsdorff Niebuhr und Diggins, waren Mitgl. der NS/AO.

Die vorvorletzte Unterschrift ist z.Zt. nicht zu klären; die letzten vier Buchstaben enden als [mann] - könnte sowohl jemand der Gesandschaft gewesen sein, als auch ein sonstiger NS-Funktionär; ggf. auch Nachrichtendienst. Wird jedenfalls weiter nachrechachiert.


Und an letzter Stelle findet sich Franz Rademacher, anfangs "SA" und ab 1933 NSDAP-Mitglied und Geschäftsträger der Gesandtschaft in Montevideo - dieser wechselte im März 1940 ins Auswärtige Amt nach Berlin, wo er als Legationsrat die Leitung des "Judenreferats" übernahm. Er war maßgeblich am Entwurf eines Planes beteiligt der vorsah die Deportation aller in Deutschland lebenden Juden.

Links ist eine Reisekostenabrechnung abgebildet. Nach einer Dienstreise im Oktober 1941 von Berlin nach Belgrad und Budapest gab Rademacher auf seiner Reisekostenabrechnung, unten rechts auf dem Formular, als Grund für die Dienstreise an:

"Liquidation von Juden in Belgrad und Besprechung mit ungarischen Emissären in Budapest".

 

Welche "tiefe Gesinnung" dort am Tisch vorherrschte, ist nicht zu übersehen.


Wenn man mal den Letztgenannten beiseitelässt, zumal er der Gesandtschaft angehörte, fragt man sich unweigerlich; was hatte ein hoher Funktionär der NSDAP aus Buenos Aires dort vor Ort verloren. Er hatte jedenfalls der uruguayischen Regierung gegenüber, trotz seiner Funktion, keine Handlungsmacht.

Was hätte so ein Parteifunktionär in dieser Situation als Beitrag leisten können. Wie hätte er Langsdorff unterstützen können.

Oder ging es gar nicht darum in zu unterstützen, sondern ihn zu drängen Maßnahmen zu ergreifen, die militärisch nicht nachzuvollziehen waren - wie einen aussichtslosen Kampf wieder aufzunehmen - wohl aber parteitaktisch von entscheidenden Nutzen waren.

 

Jedenfalls mit Langmann, Rademacher und Müller saßen drei stramme Parteigänger am Tisch. Weiter Forker, der auch in den AO-Parteilisten zu finden ist und Sandstede, nicht nur als Presseattaché, sondern vorrangig als Angehöriger des "SD".

Und sicher hatte keiner dieser Personen Sympathien für Langsdorff übrig.

 

Wir erinnern uns; bereits bei dem ersten Zusammentreffen am Morgen des 14. Dezember 1939 in Montevideo, eröffnete Langmann das Gespräch mit dem Vorwurf, Langsdorff habe einen großen Fehler begangen, Montevideo anzulaufen - usw.

 

Langsdorff hatte mit dem verlorenen Gefecht, mit dem Einlaufen in Montevideo und der Weigerung seine Besatzung in einem ausweglosen Kampf zu Opfern, in der ihrer eigens symptomatischen Wahrnehmung dem "Dritten Reich geschadet"; dem NS- Gedanken allemal. Die Begleitumstände liefen der damaligen Propaganda zuwider – Langsdorff war zum Ärgernis geworden.


Auf dem Foto ist im Hintergrund der IO Kay zu erkennen und weiter Langsdorff der mit einem argentinischen Marineoffizier spricht. Und zwischen den beiden steht Müller. Abstand bewahrend und sein Blick gerichtet auf Langsdorff - alles spricht Bände; sowohl für den Kommandanten als auch für den Menschen Langsdorff hatten solche Figuren nur Geringschätzung und Kaltblütigkeit im Angebot.

Alfred Müller war verantwortlich für das Ressort "Politische Angelegenheiten" und berichtete direkt dem Gauleiter und "Repräsentant des Führers". Als solcher war seine Macht nicht zu unterschätzen und er ließ sich fotografieren, um deutlich zu machen, dass er nun auch in der obersten Liga mitspielte. Ein großer Moment für die eigene Publicity.


In der unteren Bildergalerie ist ein ganz besonderes Dokument abgebildet. Es ist ein Brief von Hans Langsdorff an seinen Bruder Reinhard Langsdorff. Die Besonderheiten werden später thematisiert, zunächst zum Inhalt.

 

Lieber Bruder!                                                                                       Buenos Aires, Hafen 19.12.1939.

 

Alles hat sich für uns schnell erledigt. Bisher konnte ich noch nicht über die neuesten Entwicklungen berichten.

Das Einzige was ich tat war das Schiff zu zerstören und auf jedem Fall meine Mannschaft retten. Es ist geschafft.

An Ruth, an Mama und an die Kinder habe ich ähnlich geschrieben, aber nicht um sie zu grämen oder sie hineinzuziehen.

 

Wo immer Du auch mit deinen Truppen bist, wirst Du die Dinge verstehen, die ich dir schreibe. Du warst immer der intelligentere von uns beiden. In diesem Schreiben lieber Reinhard möchte ich einige Fragen klären, die ich nicht anderen offenbaren kann; ein hoher Funktionär unserer Botschaft in Buenos Aires ist meinen Weg gekreuzt und hat mich ins Gesicht mit einigen Dingen beschuldigt, die mich fassungslos machten.

Es sind Beschuldigungen, die ich weder als Kommandant noch wegen meines Verhaltens verdient habe.

 

Du Bruder kennst mich besser als jeder andere. Deshalb werde ich die hier nicht aufschreiben, aber ich habe die zwingende Notwendigkeit sie aus meinem Inneren zu rauszulassen, und keiner kommt besser infrage als du, wenn du diesen Brief auf sicheren weg erhältst.

Mein lieber Reinhard wie du dir vorstellen kannst beschäftigt mich weniger die Meinung in Deutschland als die Sicherheit meiner Besatzung, meine loyalen Offiziere und unsere Familie. Wenn Papa jetzt noch wäre! Wie sehr er recht hatte mit diesen Lumpen!

 

Ich schreibe dir, damit du weißt, dass ich sehr zufrieden mit meinem Gewissen bin. Ich habe mich um die materiellen Güter unserer geliebten Heimat gekümmert, habe mich um meine Männer und um unsere Ehre, unsere Familie einschließlich du und ich.

Ich will dir auch schreiben, dass ich nicht bereue, jetzt einige Dinge nicht zufriedenstellend gemacht zu haben, am Ende meines Werdeganges. Es hängt weder von mir noch von unserer Regierung ab, dass es nicht so ausgegangen ist wie erwartet.

 

Der einzige Verantwortliche für alles bin ich und die Art wie man uns erzogen und auf diesen Krieg vorbereitet hat.

Ich beschuldige keinen. Ich nenne nur die Tatsachen jener Umstände, die uns seit jenem bedeutungsvollen 21. August in Wilhelmshaven bis hierher schicksalhaft geführt haben.

 

Geliebter Bruder: Du kennst mich besser als jeder andere. Ich bin nicht gehässig oder gewalttätig. Wie es einige Männer in Berlin und Buenos Aires sind.

Gott lenkt und leitet. Unser Vater hat uns gelehrt, das wahrzunehmen.

 

Wenn unser Schiff nicht vollständig zerstört wurde, so liegt die Verantwortung weder bei mir noch bei meinen Männern.

Auch ist es nicht die Verantwortung deines gescheiterten Bruders, dass einige der wenigen Granaten die das Schiff trafen, die Küchen und die Trinkwasseraufbereitung beschädigt haben und die Munition im Bunker durchnässten. Auch nicht, dass in unserer Niederlage kein anderer sicherer Hafen vorhanden war.

Man hat mich für ein Gefecht vorbereitet, aber wir alle sind in Gottes Hand auch - im Gefecht.

 

Wenn man mich in Berlin kritisiert ist das in Ordnung. Aber das sie mich für die Unkalkulierbarkeit im Gefecht und die verdammte Diplomatie verantwortlich machen; nein.

Niemand kann dem Schicksal Vorwürfe machen, das es die allerhöchste Schuld trägt.

 

Lieber Reinhard ich allein bin der einzige verantwortliche für diese Tragödie.

Es tut mir leid um meine toten Männer, die im Gefecht gefallen sind, um euch und um meine liebe Heimat Deutschland.

Wir werden diese schwierige Lage gut hinter uns lassen, damit ich dich für immer brüderlich umarmen kann.

 

Sollte mir etwas passieren, weißt du, dass Ruth, Inge und Jochen in deiner Obhut sind. Und das wirst du mit der guten Hilfe von Annelise tun.

Aber beeile die nicht, um mich herum kümmert man sich um meine Sicherheit.

In der Botschaft behelligt man mich. Und der Herr v. Thermann ist der Einzige, neben den Kapitänen Krankenhagen und Niebuhr, die Männer der Ehre sind. Das kann ich von den Herren in Zivil, die ihn begleiten, nicht sagen.

Herr v. Thermann tut alles, damit es mir gut geht, in diesem fernen Land mit guten Menschen.

 

Das musst du wissen. Du musst alle diese Dinge wissen. Ich will nicht Bruder und ich darf mich auch nicht von dir verabschieden. Nur dir habe ich das alle geschildert, weil du es wissen solltest, denn niemand kann das Schicksal vorher sagen.

 

Mit einer brüderlichen Umarmung, Eho! Eho! Du erinnerst dich?

Sei vorsichtig Bruder.

 

Hans.


Dieser Brief war an die Wohnadresse in Düsseldorf adressiert, sein Bruder aber hat den nie erhalten.

Erst 1968 wurde Dr.jur.Langsdorff von dem italienischen Journalisten, Historiker und Buchautor Arrigo Petacco interviewt. Dieser drehte für das italienische Fernsehen RAI eine Dokumentation mit dem Titel: "La fine della Graf Spee".

Er zeigte ihm eine Kopie des Briefes, der sich sowohl damals als auch heute noch in einer Privatsammlung in Uruguay befindet.

 

Einlassungen der Familie besagen, dass sein Bruder Reinhard ein Tagebuch führte und dort in einem Kapitel "Mein Bruder Hans" seine Erinnerungen niederschrieb; der Brief aber nicht erwähnt wird.

 

Wieso dieser Brief nie nach Deutschland gelangte, schon aber den Weg in eine Privatsammlung in Uruguay fand ist einen der vielen Fragen, die wohl nicht mehr zu klären sind.

Es liegt aber nahe, dass dieser Brief im Laufe des Vormittages des 20. Dezember 1939, nachdem man Langsdorff erschossen fand, dieser und auch andere Gegenstände von ihm, von Angehörigen der Deutschen Botschaft requiriert wurden, bevor die argentinischen Behörden, wie an anderer Stelle zu lesen ist, erst am Mittag benachrichtigt wurden.

 

Es ist bekannt, dass seine Pfeife, sein Tabaksbeutel, aber auch andere persönliche Gegenstände wie ein Federhalter, ein Buch und eine Nagelbürste, nie wieder aufgetaucht sind – besonders der Ehering. Gegenstände, die in der Niederschrift der Argentinischen Untersuchungsbehörden nach der Zimmerbesichtigung, sehr wohl genannt werden.

  • Im Zusammenhang mit dem Tod von Langsdorff fand sogar eine Vernehmung statt. Die damaligen Umstände hatten auch bei den Alliierten von Anfang an Fragen aufgeworfen. Auch dieser Text ist in der Galerie abgebildet.
  • In einer Vernehmung am 20. Mai 1945 durch den US-Navy-Commander Carl Weisskopf erklärte der damalige Boschafter v. Thermann u.a., dass Langsdorff ihm am Abend des 19. Dezember 1939 eine Mappe übergab, mit Telegrammen und andere Dokumente in einem verschlossenen Umschlag, die nach Berlin an das Personalbüro gesandt werden sollte. Diese Aufgabe wurde an den Marineattaché Niebuhr delegiert. Ob das Geschehen ist, konnte bisher nicht geklärt werden, in den Militärarchiven jedenfalls sind keine Dokumente vorhanden, selbst für den Wehrpass musste in Wilhelmshaven ein Ersatzt ausgestellt werden ....

Leider ist von dem Brief nur die erste und dritte Seite in Kopie vorhanden. Erfreulicherweise aber gibt es eine spanische Übersetzung, und so konnte der gesamte Text rekonstruiert werden – diese ist in der Galerie abgebildet.

 

Der vorhandene deutsche handschriftliche Text wurde mit dem spanischen verglichen und es ergaben sich keine signifikanten Unterschiede – lediglich auf die Synonymik musste geachtet werden.

 

Es wird hier ganz bewusst auf eine Bewertung der Brief-Architektur verzichtet. Jeder, der dieses historische Ereignis, zumindest das Wesentliche, in der WebDok. bisher her aufmerksam gelesen hat, soll zu einem ganz eigenen Ergebnis kommen.

  • Und mit dem Fund dieser letzten Nachricht an seinem Bruder und die Zeilen, welche so bedeutungsvoll sind, wird auch deutlich, wie der Inhalt des Briefes, den Langsdorff an den Botschafter v. Thermann am selben Abend schrieb, zu verstehen ist.
  • Er meinte genau die Funktionäre der NS/AO, die ihm bereits in Montevideo erbarmungslos zugesetzt hatten und hier in Buenos Aires nochmals zu Höchstform aufliefen, denen seine Motive und Handlungen fremd waren und daher ihm persönlichen Gründen unterstellten.
  • Und das ihm nur der eine Ausweg blieb mit seinem Tod zu beweisen, dass die Soldaten des Dritten Reiches bereit sind, für die Ehre ihrer Fahne zu sterben und so jeden Vorwurf zu vermeiden, der wegen der Ehre der Flagge gemacht werden könnte. Der ganze Text ist im Abschnitt Das Arsenal Naval, sein Umfeld und die strukturellen Bedingungen am Ende der Seite nachzulesen.

Und daher ist auch hier nicht zu übersehen, dass die NS-Doktrin, wie schon in Montevideo, das Bestimmende waren.


In der Fotogalerie sind weitere Dokumente abgebildet die hier thematisiert werden müssen. 

  • Dem Schreiben des Leiters der Konsularabteilung an der Deutschen Botschaft in Buenos Aires ist zu entnehmen, dass er mit Schreiben vom 29. Januar 1940 den diensthabenden Richter D. Eduardo Sarmiento ersucht, die persönlichen Gegenstände von KptzS. Langsdorff, Kommandant der "Adm.Graf Spee", der Botschaft zu übergeben um jene bei erster Gelegenheit der Witwe zu überreichen.
  • Bereits am 04. Januar 1940 wird durch die zuständige Marinestelle in Wilhelmshaven ein "Ersatzpass" für Langsdorff ausgefertigt.

Es stellt sich die zwangsläufige Frage: warum die Eile, warum schon so kurfristig. Zu dem Zeitpunkt musste doch im Allgemeinen davon ausgegangen werden, dass alles Persönliche und Dienstliche von Langsdorff, durch die Deutsche Botschaft in Buenos Aires der Marinestelle in Wilhelmshaven zugeleitet werden würde.

  • Aus der Geheimanlage Nr. 5 zum Lagebericht OKW Blatt 11/1940 ist zu lesen, dass nur 4 Wochen später durch den Ob.d.M. (Raeder) angeordnet wurde, das Eingaben und Berichte betreffend der "Admiral Graf Spee", an den Stab des Oberkommandos der Kriegsmarine (M) und an (MI) (StO. beim Stab) übergeben werden sollten - Schulte Möntig, zum Zeitpunk der Anordnung war er KptzS. und zuletzt VAdm..
  • Und am selben Tag ergeht durch Hitler und Raeder eine Weisung an alle Kommandanten, die im Wortlaut aus dem beigefügten Dokument zu entnehmen ist.

Die Fragen, über die Besonderheiten der Todesumstände von Hans Langsdorff, bleiben.



Bundesrichter Dr. Miguel Jantus.
Bundesrichter Dr. Miguel Jantus.

Zumal zu dem bekannten Protokoll der argentinischen Untersuchungsbehörden zum Tode von Langsdorff, sich noch eine handgeschriebene Protokollnotiz angefunden hat. Auch diese ist vom Untersuchungsrichter Dr. M. Jantus unterschrieben.

Sowohl die handschriftliche Notiz als auch als Textdruck ist in der Galerie abgebildet.

  • Es handelt sich hierbei um eine Zeugenaussage. Der Zeuge Helmut Werneburg, 45 Jahre, verheiratet, bezeugt hier den Tod von Hans Langsdorff, der durch einen Kopfschuss, bzw. durch eine Kugel, die zu einem Gehirnbruch führte, verursacht wurde. Weiter durch den herbeigerufenen Arzt Dr. Horacio Vernengo Lima bestätigt und unter der Nummer 1216086 archiviert wurde.

Nur zur Vollständigkeit; dieser Arzt war der Bruder von Adm. Hector Vernengo Lima, z.Zt. Leiter der Marinemilitärschule und später Chef des Generalstabs der Argentinischen Marine.

  • Unterschrieben wurde das Dokument von Helmut Werneburg und einem weiteren Zeugen, Wilhelm Fischter 40 Jahre, verheiratet, die den Leichnam gesehen hatten. Beide Zeugen gaben dieselbe Wohnadresse an - Martínez, Arenales 2403. Dokumente belegen, dass beide aktiv in der NS-Auslandsorganisation tätig waren - welche Überraschung.
  • Werneburg, Nummer 2537338 - Beitritt 1. August 1935 - war Bankangesteller und Fischter, Nummer 7017400 - Beitritt 1. Februar 1939  - war Lehrer.

 

Auch wenn nach argentinischem Prozedere der Akt formal die Bedingungen erfüllte; bei einer inzwischen so bedeutenden Person wäre es, nach dem hier üblichen Vorgehen unerlässlich gewesen, dass mindestens W. Kay KptzS. und ein hochrangiger Vertreter der Deutschen Botschaft anwesend gewesen währen und bestätigt hätten. Offensichtlich wollte keiner mit der Sache zutun haben …

 

Darüber hinaus ergibt sich auch aus der Vernehmung von v. Thermann vom 20. Mai 1945, dass der damalige Untersuchungsrichter Dr. M. Jantus eine Obduktion angeordnet hatte, welche aber durch den OB GAdm.Raeder abgelehnt wurde. Die Deutsche Botschaft wurde mit Telegramm davon in Kenntnis gesetzt. Man wird den Eindruck nicht los; so genau wollte es keiner wissen.



Die drei folgenden Unterseiten der NS-AO beschreiben bis ins Einzelne die Aktivitäten dieser Organisationen.


Schwerer Kreuzer HMS "Exeter"

Der Wahlspruch: "Semper fidelis"

York-Klasse - 8390 ts - 32 kn

Leichter Kreuzer HMS "Ajax"

Der Wahlspruch: "Nec Quisquam Nisi Ajax"

Leander-Klasse - 7270 ts - 32,5 kn

Leichter Kreuzer HMNZS "Achilles"

Der Wahlspruch: "Braverly in Action"

Leander-Klasse - 7270 ts - 32,5 kn


  Wilhelmshaven

Buenos Aires


Letzte Aktualisierung 18. März 2021

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