Historie der Dokumente

 

Alle abgebildeten Dokumente und Presseberichte in dieser WebDok. haben ihre Geschichte; wie das historische Ereignis selbst auch.

 

Die mit deutschem Text stammen ganz überwiegend aus der "Speesammlung", zusammengetragen durch die "Speefahrer" über Jahrzehnte. Ein geringerer Teil aus dem Bundesarchiv oder sonstigen Herkünften.

 

Bei denen mit spanischem Text verhält es sich eher umgekehrt; diese stammen ganz überwiegend aus argentinischen Archiven, ein geringer Teil aus uruguayischen und chilenischen und der Rest aus der "Speesammlung" oder sonstigen Herkünften.

 

Was die Zeitungsartikel angeht, so ist das ein Konvolut von deutschen und internationalen Presseberichten, die über Jahrzehnte zusammengetragen wurden und auch die sind Teil der "Speesammlung".

 

Natürlich wir öfters die Frage gestellt, warum die Dokumente erst in jüngerer Zeit aufgetaucht sind. Nun die Archive sind ja theoretisch in Argentinien erst seit dem Jahr 2004 und in Deutschland seit 2006 frei zugänglich, die praktische Umsetzung fand erst später statt – Genaueres unter "Einleitung"/ Fußzeile.

 

Hinzu kommt, dass erfahrungsgemäß sich noch diverse Dokumente in Sammlerhände befinden und es ist nicht absehbar, ob diese jemals publiziert werden - fast alle Dokumente im Abschnitt Fakten-Update und seine Unterseiten stammen aus Sammlungen, die sich in Privatbesitz befinden – zwei beherrschende davon sollten hier aber herausgehoben werden.

  • Die pauschale Darstellung, in der Hektik der Vorbereitungen zur Sprengung des Schiffes sind alle Papiere vernichtet worden, ist so nicht richtig; sicher wurden Verwaltungsakten, technische Handbücher und andere Geheimsachen vernichtet, aber nicht alle Schriftstücke.
  • Alle denkbaren Maßnahmen und Entscheidungen, die in Uruguay getroffen wurden, seit dem Einlaufen am 14. Dezember 1939 in Montevideo wurden schriftlich dokumentiert. Diese Dokumentierung verblieb aber nicht in der Deutschen Gesandtschaft, sondern wurde nach Argentinien mitgenommen – hinzu kamen dann noch weitere Dokumente, die von Langsdorff anfertigt, wurden – bis zu seinem Tod.
  • Am Abend des 19. Dezember 1939 übergab Langsdorff dem Botschafter v. Thermann eine Mappe mit Telegrammen und andere Dokumente in einem verschlossenen Umschlag und einen Brief, adressiert an seinen Bruder Dr. Reinhard Langsdorff, die nach Berlin an das Personalbüro gesandt werden sollte. Das ergibt sich aus seiner Vernehmung am 20. Mai 1945 die der US-Navy-Commander Carl Weisskopf mit dem Deutschen Botschafter v.Thermann durchgeführt hatte.
  • Nach den Ausführungen v.Thermann wurde diese Aufgabe an den Marineattaché KptzS. Niebuhr delegiert. Warum das nicht Geschehen ist, konnte bisher nicht geklärt werden, in den Militärarchiven jedenfalls sind keine Dokumente vorhanden, selbst für den Wehrpass musste in Wilhelmshaven bekanntlich ein Ersatz ausgestellt werden ...
  • Aber auch die persönlichen Gegenstände, seine Pfeife und Tabaksbeutel, sein Federhalter, ein Buch und eine Nagelbürste, sind nie wieder aufgetaucht – besonders der Ehering. Die Dinge werden durch die argentinischen Untersuchungsbehörden nach der Zimmerbesichtigung, sehr wohl genannt.
  • Und aus einem Schreiben des Leiters der Konsularabteilung an der Deutschen Botschaft in Buenos Aires ist zu entnehmen, dass er mit Schreiben vom 29. Januar 1940 den diensthabenden Richter D. Eduardo Sarmiento ersucht, die persönlichen Gegenstände von KptzS. Langsdorff, Kommandant der "Admiral Graf Spee", der Botschaft zu übergeben, um jene bei erster Gelegenheit der Witwe zu überreichen. Im Abschnitt "Fakten-Update" ist das alles und mehr genau nachzulesen.

 

Jedenfalls steht fest, dass sowohl v. Thermann als auch Niebuhr das Vertrauen von Langsdorff schändlich missbrauch haben indem die Mappe, die persönlichen Gegenstände und der Brief Deutschland nie erreicht haben.

 

  • Ferner, 1951, als der erste Botschafter nach dem Krieg Dr. Terdenge sein Amt antrat, hätten diese Dokumente alle nach Deutschland gemusst und archiviert werden – es waren aber keine mehr vorhanden. Die damaligen engen Beziehungen der Speekameradschaft in Buenos Aires zur Deutschen Botschaft brachten diese Tatsache an Licht – nichts, was in irgendeiner Verbindung zu Hans Langsdorff, gestanden hätte.
  • Nachforschungen in Buenos Aires ergaben, dass das Material aus der Deutschen Botschaft seinen Weg in Sammlerhände fand - da dieses Amt seit 1944 bis 1951 nicht besetzt war und das Gebäude nur verwaltet wurde dürfte das Einsammeln kein Problem gewesen sein.

 

Nun, im Laufe der Jahrzehnte waren wesentliche Sammler gestorben und die Erben hatten den Ideellen gegen den monetären Wert eingetauscht.

Und so fanden manche Dokumente ihren Weg in die Öffentlichkeit und wurden auf diversen Versteigerungen internationaler Auktionshäuser angeboten und wechselten ihren Besitzer.

  • Und so war es auch mit dem Dokument vom 16. zum 17. Dezember 1939, "Das sogenannte Nachtmahl", wo über das Schicksal der "Admiral Graf Spee" beraten wurde und das die Unterschriften von neun Teilnehmern trägt – also weit mehr Personen als nur die paar "üblichen Verdächtigen", die der Militärattaché Niebuhr später im KTB durch Ergänzung erwähnt.
  • Weiter der Brief von Hans Langsdorff an seinen Bruder Reinhard – beide Dokumente sind Einzusehen unter "Fakten-Update".

Beide Dokumente stammten aus der Sammlung des "Maritimmuseums Malvin" - Ortsteil Malvin, Strasse Amazonas - in Uruguay. Ob es Vorbesitzer gab, ist nicht bekannt.

 

Das Museum wurde von Omar Medina Soca im Jahr 1987 gegründet. Es hatte sieben Austellungsräume, u.a. eine historische Bibliothek mit einer reichlichen Literatur zum historischen Ereignis "Graf Spee" und über Hans Langsdorff, darüber hinaus Uniformen und Ausrüstung, etc. der Besatzung. Nachdem Herr Medina Soca im Jahr 2002 starb, verkaufte seine Frau bei einer großen Auktion alles … noch heute befinden sich diese Dokumente im jeweiligen Privatbesitz.

 

In beiden Fällen ist erkennbar, dass solange solche Dokumente, und natürlich auch noch einige andere, sich im Privatbesitz befinden, nur der eigene persönliche Einsatz zum Erfolg führen kann – wenn auch manchmal sehr zeitversetzt.

 

Dieses historische Ereignis wurde am "La Plata" geschrieben also muss man auch dort suchen.


Schwerer Kreuzer HMS "Exeter"

Der Wahlspruch: "Semper fidelis"

York-Klasse - 8390 ts - 32 kn

Leichter Kreuzer HMS "Ajax"

Der Wahlspruch: "Nec Quisquam Nisi Ajax"

Leander-Klasse - 7270 ts - 32,5 kn

Leichter Kreuzer HMNZS "Achilles"

Der Wahlspruch: "Braverly in Action"

Leander-Klasse - 7270 ts - 32,5 kn


  Wilhelmshaven

Buenos Aires


Letzte Aktualisierung 26. Januar 2021

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